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Meine kleine wilde Frau

Mittwoch, Januar 14th, 2009

Heute war wieder einmal so ein Tag, die Sonne mochte sich nicht zeigen, der Himmel war Nebel verhangen. Nach den letzten Tagen des blauen Himmels, und der strahlenden Sonne, die dazu einlud, sich bereits auf den bevorstehenden Frühling einzustimmen, habe ich das Bedürfnis mir die Sonne auf einem anderen Weg in mein Herz und in mein Haus zu holen. Ich begebe mich in meinen kleinen Zaubergarten.

Wisst Ihr eigentlich, dass Ihr den auch habt? Der Zaubergarten kann Euch dabei helfen, die Weite des Himmels zu sehen, die Sonne hell erstrahlen zu lassen und er kann Euch mit Eurer wilden kleinen Frau verbinden.

Wild bedeutet nur „ich unterliege nicht den gesellschaftlichen Normen“ sondern diene den Gesetzen der bedingungslosen Liebe und der Natur. Die wilde kleine Frau, die in jeder Frau steckt, nur leider vielen nicht mehr zugänglich ist.

Warum wird Sie nicht mehr gehört? Weil wir verlernt haben, auf unser Gefühl zu hören aus Angst etwas falsch zu machen oder verletzt zu werden, unserer Intuition nicht mehr trauen, weil man Sie uns genommen hat. Weil man uns gelehrt hat, angepasst zu leben, damit wir in die gesellschaftlichen Normen passen. Dabei kann uns die kleine Frau vor soviel bewahren und uns wieder die Zuversicht, das Vertrauen und den Zugang zu unserem inneren Wissen geben.

Wer kennt das nicht, ich sage ja, obwohl ich nein meine, ich sage nein, obwohl ich ja meine? Ein ganz schönes Durcheinander kann dadurch entstehen. Dabei wäre es doch so einfach. Ich höre nur auf die innere Stimme in mir, die mir ganz klar signalisiert, in welche Richtung ich zu gehen habe. Tja, wenn das nur so leicht wäre. Denn wenn ich das tue wonach mir ist, dann könnte ich doch den einen oder anderen vor den Kopf stoßen, vielleicht einen Menschen der mir nahe steht enttäuschen, evtl. sogar mit meiner Äußerung verletzen. Und das will ich nicht. Schon beginnt das Chaos seinen Lauf zu nehmen, bis zu dem Moment, wo man nicht mehr unterscheiden kann. Will ich das? Oder schreit alles in mir nach einem klaren nein?  Die Signale unserer kleinen wilden Frau werden immer leiser, bis zu dem Moment an dem Sie kaum noch wahr zu nehmen ist. Wir können weiter so durchs Leben gehen, oder uns darauf besinnen, wie wunderbar es ist, sich selbst wieder zu fühlen, zu hören und vor allem wahr zu nehmen.

Es ist wieder lernbar, der Umgang mit sich, mit seiner Intuition, seinem Bauchgefühl, mit seiner kleinen wilden Frau. Ganz langsam und behutsam, Schritt für Schritt, geht man wieder aufeinander zu. In ganz kleinen Ritualen, in denen man es sich selber Wert ist, sich die Zeit nimmt, sich wieder kennen zu lernen. 

Erlaube ihr, Dir Ihre Kraft zu zeigen, lade Sie wieder in Dein Leben ein. Bitte Sie wieder ein Teil von Dir zu werden. Erlaube Ihr lebendig zu sein und folge Ihren Impulsen, auch wenn Du es nicht immer gleich verstehst. Sie ist die Hüterin Deines inneren Zaubergartens, der Garten in dem Deine Träume wachsen und reifen. Sie zeigt Dir den richtigen Zeitpunkt, wann es an der Zeit ist, die Ernte einzufahren. Lass Sie gewähren, Sie ist angebunden an den Rhythmus des Lebens. Sie ist im Fluss und im Einklang mit sich selbst. Sie wird Dich zurück führen zu Deiner eigenen Kraft, zu Deinem Instinkt, zu Deinem Gefühl.  Du musst es nur zu lassen 🙂

Gern verrate ich Euch, wie ich den Weg zu meiner kleinen wilden Frau gefunden habe, doch das soll an einem anderen Tag geschehen 🙂

Für heute ziehe ich mich in meinen Zaubergarten zurück,  doch bevor ich dies tue, will ich Euch noch ein paar Zeilen von Rainer Maria Rilke ( 1875 – 1926 ) hier lassen.

„Man kann gar nicht oft genug im Leben

das Gefühl des Anfangs in sich aufwecken,

es ist so wenig äußere Veränderung dafür nötig,

denn wir verändern ja die Welt von unserem Herzen aus,

will dieses nur neu und unermesslich sein,

so ist sie sofort wie am Tage ihrer Schöpfung und unendlich.“

Eure Michaela